Land: China und Deutschland.
Ursache: Die Rettung von mehr als 250.000 Chinesen vor dem Massaker während des „japanischen Überfalls auf Nanjing“.
Hintergrund: Der endgültige Zusammenbruch des chinesischen Kaiserreichs Anfang des 20. Jahrhunderts führt zu einer 30-jährigen Periode politischer Instabilität in China. Während dieser Phase kämpft das nationalistische Guomindang Regime (Kuomintang oder KMT - die nationale Volkspartei oder nationalistische Partei), geleitet von Chiang Kai-shek und die chinesische kommunistische Partei (CCP), unter der Führung von Mao Zedong, um die Kontrolle im Land.
Auf der anderen Seite des ostchinesischen Meeres entwickelt sich Japan nach und nach in nationalistischer und militaristischer Richtung. Es sieht in China die Möglichkeit, sich auf ein Territorium auszudehen, das in der Mandschurei (jetzt Dongbei Pingyuan, Norden von Korea) und in der Shandong Provinz (auf der anderen Seite des Gelben Meeres von Korea aus betrachet) nach dem Ersten Chinesisch-Japanischen Krieg (1894-95) und während des Ersten Weltkrieges besetzt wurde.
Minibiographie: Geboren am 23. November 1882 in Hamburg, Deutschland. Sein Vater ist ein Seekapitän. Rabe beginnt eine kaufmännische Laufbahn als Lehrling bei einem Kaufmann in Hamburg; später Tätigkeit als Kaufmann in Afrika.
1908 - Rabe reist nach China.
1911 - Rabe wird in Peking im Büro der Siemens China Corporation beschäftigt.
1927-29 - Japanische Truppen werden nach China geschickt, um Versuche der Guomindang zu blockieren, das Land zu vereinen. Im Juni 1928 beginnen Offiziere in der Guandong Armee, der japanische Armee, die in der Mandschurei stationiert war, eine nicht autorisierte Kampagne, um japanische Interessen zu sichern und einen Krieg mit China zu beginnen. Sowohl die japanischen Oberbefehlshaber als auch die Chinesen unterließen jedoch eine Mobilisierung.
1931 - Im September inszenieren Verschwörer in der Guandong Armee den „Zwischenfall in der Mandschurei“, indem sie einen Abschnitt der Bahnschiene im Süden der Mandschurei sprengen und hierfür chinesische Saboteure verantwortlich machen. Die japanischen Regierung ist nicht in der Lage einzugreifen. Daher mobilisiert die Guandong Armee ihre Truppen, besetzt im Januar 1932 das in der Nähe gelegene Mukdan (jetzt Shenyang) und greift Shanghai an, das südlich von ihren Gebieten in der Shandong Provinz liegt.
Im März 1932 wird ein Waffenstillstand geschlossen. Die Japaner errichten einen Marionettenstaat Manchukuo, der in der Mitte der Mandschurei liegt und an dessen Spitze der letzte chinesische Kaiser, Puyi, steht.
Unterdessen versetzt Siemens im November 1931 Rabe in ihr Büro nach Nanjing. Er ist jetzt der Repräsentant der Firma Siemens in China und verkauft Telefone, Turbinen und elektrische Ausrüstung an die Guomindang Regierung.
1932 - Im Mai 1932 übernimmt das japanische Militär die Kontrolle über die japanische Regierung, nachdem der Premierminister ermordet wurde. Manchukuo wird formal durch das Militärregime anerkannt.
1933- In Deutschland übernimmt die Nazi-Partei am 30. Januar 1933 mit ihrem Führer Adolf Hitler die Macht. Die Nazis übernehmen schnell die Kontrolle des gesamten politischen Apparates in Deutschland. Rabe schließt sich der Partei an, da er in Nanjiing eine deutsche Schule gründen möchte.
1936 - Im November unterzeichnen Japan und Deutschland den „Anti-Comintern Pakt“, eine Vereinbarung, um die Verbreitung des Kommunismus zu bekämpfen. Italien schließt sich ein Jahr später dem Pakt an.
1937 - Der Zweite Chinesich-Japanische Krieg bricht am 7. Juli 1937 aus. Vorausgegangen war ein Vorgefecht zwischen chinesischen und japanischen Truppen außerhalb von Peking. Die chinesischen Kräfte evakuieren Peking am 28. Juli.
Die Japaner überrennen Tianjin (100 Kilometer südöstlich von Peking) am 30. Juli. Danach Angriff auf Shanghai am 13. August. Nach einer dreimonatigen Belagerung kapituliert Shanghai und die Guomindang Truppen ziehen sich in den Nordwesten in Richtung ihrer Hauptstadt Nanjing zurück (alias Nanking). Die Japaner rücken hinterher.
Ausländer, die in Nanjing zu dieser Zeit wohnten, und viele Chinesen aus Nanjing, einschließlich der Regierung werden im November 1937 evakuiert. Rabe wird von Siemens nach Berlin zurückbeordert. Er schickt seine Familie nach Deutschland zurück, lehnt es aber selbst ab zu gehen.
Stattdessen bleibt er noch mit einigen Dutzend anderer Ausländer (meistens deutsche und amerikanische Missionare, Wissenschaftler, Ärzte und Geschäftsleute), um eine vorübergehende „Sicherheitszone“ einzurichten. In dieser Zone sollten chinesische Flüchtlinge Nahrung, Kleidung und Schutz finden während des allgemeinen Durcheinanders, das sich einstellte, als die Japaner Nanjing besetzt haben. Rabe wird Kopf eines aus 15 Mitgliedern bestehenden internationalen Ausschusses, der am 22. November gegründet wird, um die "Internationale Zone" zu ordnen.
Im westlichen Bezirk der Stadt, in dessen Mitte die ausländischen Botschaften sowie die Universität von Nanjing lagen, werden auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern 25 Flüchtlingslager eingerichtet. Rabe öffnet auch sein eigenes Haus und seinen Garten für Flüchtlinge; hier finden ca. 650 Flüchtlinge Schutz.
Am 1. Dezember 1937 wird der internationale Ausschuss vom Bürgermeister von Nanjing autorisiert, die Leitung der Stadt zu übernehmen, nachdem er und sein Personal evakuiert wurden.
Der Angriff japanischer Bodentruppen auf Nanjing beginnt am 10. Dezember 1937 nachdem die chinesischen Truppen die Verteidigung der Stadt aufgaben. Als Nanjing schließlich am 13. Dezember fällt, einige Stunden nachdem die chinesischen Kräfte geflohen sind, beginnen die Japaner ein furchtbares Blutbad, das insgesamt sechs Wochen andauert.
Rabe und andere Mitglieder des internationalen Ausschusses treffen sich mit den Japanern, als diese die Stadt betreten und versuchen, die Situation innerhalb der Sicherheitszone zu erklären, und bitten, dass die Grenzen dieser Zone respektiert werden. Jedoch hat ihr Antrag nur begrenzte Wirkung.
„Wenn ich es nicht mit meinen eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es nicht glauben,“ schreibt Rabe in sein Tagebuch an jenem Tag. „Sie (japanische Soldaten) zerschlugen geöffnete Fenster und Türen und nahmen alles mit, was auch immer sie mochten. … Ich sah mit meinen eigenen Augen wie sie das Café unseres deutschen Bäckers Herrn Kiessling plünderten. … Von den ca. Tausend entwaffneten Soldaten, die am Ministerium für Gerechtigkeit festgehalten wurden, wurden 400 bis 500 mit gefesselten Händen weggefahren. Wir nehmen an, dass sie erschossen wurden, da wir später einige Maschinengewehrsalven hörten. Dies hat uns selbst zu Tode erschreckt."
Der Überfall von Nanjing (im Chinesischen, „Nanjing Datusha“ oder „Großes Nanjing Blutbad“) führte zu einem wahllosen Mord an 200.000 bis 350.000 chinesischen Zivilisten und an den Soldaten, die sich ergeben hatten. Es ist das größte Massaker an unbewaffneten Truppen und Zivilisten in der Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Japanische Truppen plündern und brennen die Stadt und die umgebenden Städte nieder und zerstören mehr als ein Drittel der Gebäude. Chinesische Gefangene werden lebendig verbrannt, lebendig begraben, enthauptet oder gequält und aufgespießt und in Massen erschossen.
Zwischen 20.000 und 80.000 chinesische Frauen und Mädchen jeden Alters werden vergewaltigt und ermordet. Tausende werden zur sexuellen Sklaverei gezwungen. Es ist die schlimmste Massenvergewaltigung in der Geschichte der Menschheit.
Ungefähr 250.000 Chinesen finden Schutz in der Sicherheitszone, die schnell ein dauerhafter anstatt temporärer Aufenthaltsplatz wird. Unter den Flüchtlingen sind chinesische Soldaten, die nicht imstande waren, die Stadt während des allgemeinen Rückzugs zu verlassen. Japanische Nachfragen hinsichtlich der Auslieferung führten zu mehreren japanischen Kontrollen der Sicherheitszone.
Rabe und die Mitglieder der Internationalen Zone versuchen die Grausamkeiten in der Stadt zu verhindern und bemühen sich darum, dass die Flüchtlinge innerhalb der Sicherheitszone genügend zu essen haben und versorgt werden. Sie verschicken auch Schreiben an internationale Regierungen mit der Bitte einzugreifen und dokumentieren die Vorgänge für die Welt-Medien.
Rabe benutzt seine Nazisymbole (z.B. Armbinde oder Fahne mit Hakenkreuz), um die Grausamkeiten, wo auch immer möglich, zu verhindern. Er schreibt Hitler wiederholt, und bittet, dass etwas getan wird, um das Morden zu stoppen. Zusammen mit anderen Mitgliedern des internationalen Ausschusses dokumentiert er das Verhalten der japanischen Truppen und leitet Berichte an die japanische Botschaft weiter, mit der Bitte einzuschreiten. Rabe schreibt auch seine Erfahrungen in seinem Tagebuch nieder und filmt die Ereignisse.
„Gruppen von 3 bis 10 plündernden Soldaten fuhren durch die Stadt und stahlen, was es auch immer dort zu stehlen gab,“, schreibt er an einer Stelle.
„Sie wurden nicht müde, Frauen und Mädchen zu vergewaltigen und töteten jeden, der Widerstand leistete oder versuchte vor ihnen wegzulaufen oder bedauerlicherweise am falschen Platz zur falschen Zeit war. Bei ihren Greueltaten wurde nicht zwischen Erwachsenen und Kindern unterschieden. So wurden Mädchen im Alter unter acht Jahren und Frauen über 70 Jahre in der brutalsten Weise vergewaltigt und danach niedergeschlagen und getötet. Wir fanden Leichen der Frauen auf zerbrochenen Biergläsern und andere, denen Bambusstangen durch den Körper gestoßen wurden. Ich sah die Opfer mit meinen eigenen Augen - mit einigen von ihnen sprach ich kurz vor ihrem Tod und sah ihre Leichen nachdem sie zum Leichenschauhaus am Kulo Krankenhaus transportiert wurden. Ich habe mich persönlich davon überzeugt, dass die Berichte der Wahrheit entsprechen.
„Sie würden es nicht für möglich halten, aber die Vergewaltigung der Frauen erfolgte sogar mitten im Frauenlager unser "Internationalen Zone", in der zwischen 5.000 bis 10.000 Frauen lebten. Wir wenigen Ausländer konnten nicht an allen Plätzen gleichzeitig sein, um alle vor den Grausamkeiten der Japaner zu schützen. Ein Einzelner war kraftlos gegenüber den Monstern, die bis zu den Zähnen bewaffnet waren und die jedermann niederschossen, der versuchte, sich zu verteidigen. Sie hatten nur Respekt gegenüber uns Ausländern - aber fast jeder von uns war dutzende Male dem Tod nahe. Wir fragten uns gegenseitig, „wie viel länger kann man das ertragen"?
Am 19. Dezember 1937 schreibt Rabe in seinem Tagebuch, „sechs Japaner, die über meinen Gartenzaun geklettert waren, versuchten die Gatter von innen zu öffnen. Als ich hinzukomme und mit meiner Taschenlampe in das Gesicht eines der Banditen leuchte, greift er nach seiner Pistole, aber seine Hand fällt schnell wieder nach unten, als ich ihn anschreie und mein Hakenkreuzarmband unter seine Nase halte. Dann klettern alle 6 auf meine Anweisung wieder über die Gartenmauer zurück. Meine Türen werden nie für Gesindel wie euch geöffnet. … Die 300 bis 400 Flüchtlinge hier in meinem Garten - ich weiß nicht mehr, wieviele dort wirklich sind - benutzen Strohmatten, alte Türen und Blechhüte, um ein wenig Schutz vor dem Schnee und der Kälte zu bekommen.“
Am 24. Dezember schreibt er, „ich mußte so viele Leichen in den letzten Wochen sehen, dass ich meine Nerven unter Kontrolle halten muß, wenn man diese schrecklichen Fälle mit ansieht. Es kommt wirklich keine „Weihnachtsstimmung mehr auf; aber ich wollte diese Grausamkeiten mit meinen eigenen Augen sehen, damit ich als Augenzeuge später darüber sprechen kann. Ein Mann kann nicht über diese Art der Grausamkeiten schweigen!“
Am 30. Januar 1937, wird „mein Auto auf der Hankow Straße von einer Gruppe von ungefähr 50 Chinesen angehalten, die mich baten, eine Frau zu retten, die ein japanischer Soldat weggeführt hatte, um sie zu vergewaltigen. … Ich finde das Haus vollständig geplündert, der Fußboden mit jeder Art Dreck bedeckt. In einem der geöffneten Räume steht ein Sarg auf einer Totenbahre und im Nachbarraum, liegend auf einem Fußboden, der mit Stroh und Unrat bedeckt ist, sehe ich den Soldaten, der dabei ist eine Frau zu vergewaltigen. Es gelingt mir, den Soldaten aus dem Raum in den Hauseingang rauszuziehen. Als er die Gruppe der Chinesen und mein Auto sieht, rennt er weg und verschwindet irgendwo in den Ruinen der nahegelegenen Gebäude. Die Menschenmenge zerstreut sich dann aber schnell wieder, als ich ihr erkläre, "dass nicht weitere japanische Soldaten auf uns aufmerksam werden sollten".
Das Tagebuch mit 1.200 Seiten wurde nach dem Zweiten Weltkrieg vergessen, aber es gibt später Zeugnis dafür, dass die Grausamkeiten bei Nanjing tatsächlich auftraten.
Man nimmt an, dass mehr als 250.000 Menschen durch das Eingreifen von Rabe und anderen Verwaltern der "Internationalen Zone" gerettet wurden, die selbst konstant bedroht und eingeschüchtert wurden, einschließlich Gewalttätigkeit durch die Japaner.
Die Grausamkeiten bei Nanjing sind ein Beispiel dafür, wie die chinesische Zivilbevölkerung terrorisiert wurde und sich selbst passiv beim japanischen Vorrücken verhalten hat.
Unterdessen verbinden sich die Guomindang und die CCP, um den gemeinen Feind zu bekämpfen. Das Bündnis zerbricht jedoch Ende 1938 wieder.
1938 - Am 28. Februar verlässt Rabe Nanjing und reist nach Shanghai und dann nach Deutschland zurück. In Deutschland versucht er, die Regierung und das Volk auf die Ereignisse in China aufmerksam zu machen. Er hält Vorträge in Berlin und zeigt Fotographien, Berichte und einen selbstgemachten Film über die japanischen Gewalttätigkeiten in China.
Als er erneut an Hitler schreibt, und ihn bittet, seinen Einfluss auf die Japaner geltend zu machen, damit diese den Grausamkeiten in China ein Ende setzen, wird Rabe durch die Gestapo (Geheime Staatspolizei) für drei Tage lang festgehalten und verhört.
Nach einer Intervention von Siemens wieder John Rabe jedoch wieder freigelassen. Er verpflichtet sich aber, weder über den Überfall von Nanjing zu refererien noch zu schreiben. Er darf seine Tagebücher behalten; sein Film wird jedoch beschlagnahmt. Für seinen Einsatz in China erhält er eine Auszeichnung des "Internationalen Roten Kreuzes".
Rabe arbeitet weiterhin für Siemens, die ihn kurzfristig für den Bereich Afghanistan einsetzt.
Unterdessen festigen die Japaner ihren Territorialanspruch in China und übernehmen Guangzhou im Süden am 21. Oktober und die zentrale Industriestadt Wuhan am 25. Dezember. Am Ende des Jahres stehen die meisten Städte in Chinas Zentrum und Osten unter japanischem Einfluss.
1939 - Die Japaner versuchen im Mai 1939 in die Mongolei einzudringen und werden durch die vereinigte Sowjet-Mongolische Streitmacht besiegt.
In Europa dringen deutsche Truppen am 1. September 1939 in Polen ein. England und Frankreich erklären Deutschland zwei Tage später den Krieg. Der Zweite Weltkrieg hat angefangen.
1940 - Japan verbündet sich mit Deutschland und Italien im September und unterzeichnet den „Dreierpakt“, eine Vereinbarung, die Welt nach dem Sieg im Zweiten Weltkrieg aufzuteilen.
In China machen die Japaner Nanjing zur Hautpstadt ihrer chinesischen Marionetten Regierung.
1941-45 - Japan und die Sowjetunion unterzeichnen den „Japanisch-Sowjetischen Neutralitätpakt“ im April 1941. Die Sowjets erlauben dem japanischen Militär, dass es seine kriegerischen Aktivitäten auf das südliche China und Südostasien konzentriert. Am 1. Dezember entscheidet sich Japan, den Krieg in Richtung Pazifik zu erweitern.
Nachdem die japanische Luftwaffe den Marinestützpunkt in Pearl Harbor auf Hawaii am 7. Dezember 1941 bombardiert hat, erklären die USA und Großbritannien Japan den Krieg. Nach anfänglichen Erfolgen bei See- und Landschlachten wird ein zu weit verstreutes und in zunehmendem Maße hoffnungsloses japanisches Militär langsam zurückgetrieben.
Die Kämpfe dauern bis zum amerikanischen Atombombenangriff am 6. bzw. 8. August 1945 auf Hiroschima und Nagasaki an. Hierbei werden ca. 120.000 Menschen getötet und mehr als 100.000 verletzt.
Japan kapituliert bedingungslos am 14. August 1945.
Japan wird durch alliierte Streitkräfte besetzt, verspricht sich nie wieder an einem Krieg zu beteiligen und tritt seine Kolonialgebiete einschließlich China ab. Die japanischen Armee- und Marineministerien werden abgeschafft, Waffen und militärische Ausrüstung zerstört und die Kriegsindustrien für zivile Nutzung umgebaut.
Von den 60 Millionen Toten während des Zweiten Weltkrieges sind über 11 Millionen Chinesen und fast zwei Millionen Japaner. Der Zweite Chinesisch-Japanische Krieg hat zwischen 30 und 35 Millionen Tote in China gefordert.
Nach der Niederlage von Japan, beginnt der Bürgerkrieg zwischen den Guomindang und der CCP in China wieder aufs Neue. Die Kommunisten Maos erorbern im Januar 1949 Peking kampflos und kontrollieren Ende 1949 das gesamte Land. Chiang Kai-shek und seine Truppen fliehen zur Insel von Taiwan und proklamieren Taipeih als die vorläufige Hauptstadt Chinas.
Im Nachkriegsdeutschland wird Rabe für seine Parteimitgliedschaft bei der NSDAP denunziert und zuerst durch die Russen und dann durch die Briten festgehalten. Jedoch führen Nachuntersuchungen zu einer vollständigen Entlastung.
Rabe wird im Juni 1946 durch die Alliierten denazifiziert und verbringt ein Leben in Armut. Monatliche Nahrungsmittelpakete und Geldzuwendungen, die von den dankbaren Kollegen aus China geschickt werden, halten ihn und seine Familie am Leben. Aber nachdem die Guomindang von den Kommunisten 1949 besiegt wurden, hörten die Lieferungen 1949 auf.
1946 - Beim Kriegsverbrecher Prozess, der ab Mai 1946 in Tokyo bis November 1948 abgehalten wird, überführt das internationale militärische Tribunal für den Fernen Osten über 4.000 japanische Beamte und militärisches Personal. Von den 28 „Kategorie-Eins“ Angeklagten kommt es nur bei zwei Angeklagten zum Prozess. General Matsui Iwane (der Commander-in-chief der japanischen Streitkräfte, der für den Überfall von Nanjing verantwortlich war) und Hirota Koki (der japanische Außenminister zu der Zeit), werden für die Grausamkeiten in Nanjing angeklagt. Beide werden zum Tod verurteilt und exekutiert.
Kriegsverbrecherprozesse werden auch in Nanjing durchgeführt. Nur vier japanische Armee-Offiziere, einschließlich Tani Hisao, ein Generalleutnant, die persönlich an den Mordtaten und den Vergewaltigungen teilgenommen hatten, werden für die Verbrechen in Nanjing verantwortlich gemacht und hingerichtet.
1950 - Rabe stirbt an einem Schlaganfall.
Postskriptum
Japan fährt fort, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit herunterzuspielen oder zu verleugnen, die von seinem Militär während des Zweiten Chinesich-Japanischen Krieges und des Zweiten Weltkrieges erfolgten.
Ein neues Geschichtsbuch, das durch das Ministerium Japans für die Ausbildung von Schülern in der zweiten Klasse Anfang 2005 freigegeben wurde, beschreibt, dass nur wenige Opfer beim Massaker von Nanjing zu beklagen sind. Die Invasion von China wird eine Förderung von China ("advancement") genannt. Hinweise auf die Massenvergewaltigungen und die sexuelle Versklavung von Frauen und der Mädchen werden darin nicht erwähnt.
Die Freigabe des korrigierten Lehrbuches erhöht die Spannung zwischen China und Japan. Demonstranten beschädigen japanische Regierungsgebäude und Geschäfte innerhalb Chinas und drängen Japan, die Greueltaten zuzugeben und sich für seine Kriegsverbrechen zu entschuldigen.
Anmerkung: Kann eine Nazi ein Held sein? Die ganze Welt scheint zu glauben, dass Nazi-Parteimitglied Oskar Schindler ein Held war, weil er das Leben von 1.200 Juden gegen Bezahlung rettete. John Rabe spielte die Schlüsselrolle bei der Rettung von mehr als 250.000 Chinesen. Aufgrund dieses Vergleichs alleine, müsste Rabe als Hauptheld des 20. Jahrhunderts eingeordnet werden.
John Rabe war jedoch in jeder Hinsicht eine weit mehr "eckige" Persönlichkeit als der charismatische Schindler, aber ein weit aufrichtigerer Mensch was seine Ideale anbetrifft. Nach dem Krieg soll Rabe gesagt haben, dass er während seiner Zeit in China, nie Nachrichten von Naziverbrechen hörte, und daß er nur Mitglied der Partei wurde, um einen Zuschuss von der deutschen Regierung zur Gründung einer deutschen Schule in Nanjing zu bekommen.
Mehr Informationen
Englische Orginalfassung:
www.moreorless.au.com/heroes/rabe.html
Übersetzung und überarbeitet durch Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Thomas Rabe, 12.7.2005
John Rabe Kommunikations Zentrum Heidelberg
www.john-rabe.de